Montag, 3. März 2014

Tag 61 - Hut ab!

Man sagt, dass Reden Silber ist. Und Schweigen Gold. Dass es manchmal gar keine Worte braucht. 

Nun - eine gewisse Anzahl an Worten brauche ich immer. Das liegt in unserer Familie. Da kann man nichts machen. Das ist genetisch. Aber manchmal kann auch ich mich auf einige wenige beschränken. 
Und dies ist bei unseren zwei letzten Rezepten der Fall.

1. Nudeln an Limetten-Lachs-Sauce



Dieses Rezept ist mit Zitronengras, frischem Lachsfilet und Salbei etwas aufwendiger, was die Zubereitung angeht, aber jede in der Küche verbrachte Minute wert. Es schmeckt einfach umwerfend, und ist dabei leicht und elegant. 

2. Hackfleischpastete

Hierzu muss ich erwähnen, dass ich das Schlimmste erwartete. Hackfleischpastete mit Äpfeln, Rosinen und Pinienkernen liess mich keine gedanklichen Luftsprünge machen (okay, ehrlich zugegeben habe ich Freunden abgeraten, uns heute zum Nachtessen zu besuchen). Aber siehe da: Die Pastete ist einfach zuzubereiten, sieht hübsch aus und schmeckt einfach gut. Einfach nur gut. 

Danke, Annemarie.
Und das wäre auch schon alles - für heute.

304 to go.
N.

Samstag, 1. März 2014

Tag 59 - Bohn Appétit

Mit heutigem Post namens Bohn Appétit, möchte ich mein absolutes Lieblingsspiel Bohnanza würdigen. Passend zum Spiel rund um die verschiedenen Bohnen, gab es gestern Abend einen Bohnentopf mit gedörrten Bohnen, Cherrytomaten, Speck und Kartoffeln. Wenn ich richtig liege, handelt es sich bei unserer Bohne um die Gartenbohne, eine der wertvollsten Bohnen im Spiel. Und unser Essen schmeckt wirklich sehr gut, auch wenn ich, wie immer an einem Freitag, nicht wirklich Lust habe 1,5 Stunden auf mein Essen zu warten - vor allem, wenn es sich dann um einen Bohnentopf handelt. 
Doch als der dampfende Eintopf dann vor meiner Nase steht und der Freitag Abend mit meiner momentanen Lieblingsserie Glee zu Ende geht, ist das lange Warten schon beinahe wieder vergessen. Nur mit der Menge hat es nicht ganz geklappt, so muss ich wohl oder übel hungrig ins Bett…

306 to go. A.

Freitag, 28. Februar 2014

Tag 58 - Die kritischsten Gäste

Ein Menü wie das gestrige verführt dazu, Gäste einzuladen. 
Hohe Gäste. 
Kalbsfilet im Kräuterteig mit Champagnersauce.

Man kann es sich in Schnörkelschrift goldig auf der Speisekarte einer edlen Veranstaltung in einer alten Villa vorstellen. Man möchte sich bei der Zubereitung eine weisse Mütze aufsetzen, nur noch mit "maître" angesprochen werden und am liebsten einen Küchenjungen haben, dem man dann "Ahhh, wo bleiben nur die Krääääuteeer??" und "Das nennst du feiiin ge'aaackt, das ist une catastrophe!" zurufen kann (diese Sätze müsst ihr euch natürlich mit einem französischen Akzent vorstellen).

Wen könnte man zu diesem Gericht Treffenderen einladen als unsere Nachbarn und treuste Blog-Leser?

Nun, die Zubereitung des Rezepts hat auch ohne Küchenjunge und falsches Französisch sehr gut geklappt. Der Teig liess sich unkompliziert herstellen und sah mit den frischen Kräutern wirklich sehr einladend aus. Als das Filet dann darin eingewickelt und mit Eigelb bestrichen war, meinte A. nur: "Na, das ist ein Kalbsfilet, da kann ja jetzt wohl nichts mehr schiefgehen."




Und so war es auch. Das Menü kam bei unseren Gästen ganz hervorragend an. Es wurde geschlemmt, gelobt und genossen. Und wieder einmal mussten wir feststellen, dass wir selbst unsere kritischsten Gäste sind. Denn obwohl auch wir vom Rezept begeistert sind, war A. die Sauce etwas zu sauer und mir das Fleisch ein bisschen zu wenig zart. Wer ein wahrer Meister werden will, muss eben ganz genau hinschauen. 

Et voilà.
307 to go.
N.

Mittwoch, 26. Februar 2014

Tag 56 - Küchenmoral



Jetzt sind es schon beinahe zwei ganze Monate, seit wir unser Projekt begonnen haben und die Routine stellt sich langsam aber sich ein. Es ist gar nicht so schwer, jeden Tag etwas anderes zu kochen, oder eben zwei Rezepte, damit man auswärts oder bei Gästen essen kann. Es macht Spass und ist aufregend und wenn es manchmal auch etwas anstrengend ist, wir bereuen es nicht. 
So auch gestern Abend, als wir uns - zwar mit Appetit und Energie für einfache Pasta - das Rezept Flunderröllchen mit Speck und Peperoni vornahmen. Statt Flunder kauften wir einen anderen Fisch, da es ersteren nicht frisch zu kaufen gab und uns letzterer vom Metzger als ähnlich angepriesen wurde. Da wir beide keine sonderlichen Fischfans sind (ausser in Sushi) und wir auch keine Ode auf Peperonis schreiben würden, schien das Rezept unter einem schlechten Stern zu stehen. Aber so schön ist unser Projekt: Es kam alles ganz anders! Es schmeckte uns! Trotz Fisch, trotz Peperoni und trotz Senfsauce. Es schmeckte sogar so gut, dass wir bereuten, nur zwei Filets gekauft zu haben. So ist das mit unserem Projekt: Wir kochen, was auf dem Plan steht und kochen, was wir sonst nie kochen würden. Und räumen nicht zuletzt Vorurteile aus dem Weg, die wir schon lange in uns tragen. Darum: Ein Hoch auf unser Projekt! Denn mit Vorurteilen aufzuräumen, sollte auf jedem Gebiet etwas Anstrebenswertes sein (und ist nicht immer so einfach, wie beim Essen) :)  

308 to go. A. 

Montag, 24. Februar 2014

Tag 55 - Sichere Werte und süsse Differenzen

Es gibt Dinge im Leben, auf die man sich verlassen kann. Die Steuern. Gleichungen. (Aber das habe ich ja bereits erwähnt). Die Jahreszeiten. (So würde man zumindest meinen). Oder gefüllte panierte Pouletbrüstchen auf Spinat.

Man hört es doch schon. Man sieht es auf den ersten Blick! Bei diesem Rezept kann einfach nichts schiefgehen. Eine Masse aus Parmesan, Philadelphia, getrockneten Tomaten und Kräutern wird in ein Pouletbrüstchen gefüllt, dieses wird paniert, gebraten und auf frisch zubereitetem Spinat serviert. Einfach herrlich! Ein Rezept, einfach und doch raffiniert, das hält, was es verspricht. 



Nun - auf das zweite Rezept trifft leider genau das Gegenteil zu. Man hört es doch schon. Man sieht es auf den ersten Blick: Calvadosäpfel mit Beerenrahm. 
Um es vorwegzunehmen - der Beerenrahm schmeckt absolut spitze, ist einfach zuzubereiten und macht Lust auf mehr. Die Äpfel hingegen… ich weiss schon bei der Zubereitung, dass dieses Rezept nicht auf meiner Hitliste landen wird. Wer kommt denn schon auf die Idee (Entschuldigung, Annemarie) einen Apfel auszuhöhlen, ihn mit Marzipan und in Alkohol eingelegten Rosinen zu füllen um ihn dann noch in den Ofen zu schieben, wenn er ein einfaches Schoggimousse, eine Schoggicrème, ein Schoggiglacé, einen Schoggikuchen (ihr habt gemerkt worauf ich hinaus will?) zubereiten kann? Wieso sollte ich den Wunsch verspüren, einen halbpatzig mit Kalorien vollgestopften Apfel zu verspeisen, wenn ich ohne Aufwand und mit viel grösserer Befriedigung in ein Torino-Schoggistängeli beissen kann?



Nun, über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, und was den Nachtisch angeht, so bin ich mit Annemarie wohl eifach nicht auf der gleichen Wellenlänge. Die gute Nachricht ist aber, dass sie noch gut 300 Tage Zeit hat, mich eines Besseren zu belehren.

Challenge accepted?
309 to go.
N.

Sonntag, 23. Februar 2014

Tag 54 - Saucisson-Pasteten-Experiment


Wenn ich das Wort Saucisson höre, denke ich ganz automatisch an die Bernerplatte meiner Grossmutter. Dazu gibt es immer eine Gerstensuppe zur Vorspeise und danach zum Hauptgang grüne Bohnen und eine Fleischplatte mit Schinkli, Würsten, Siedfleisch und Saucissons eben. Aber in ungekochtem Zustand habe ich diese Wurst noch nie gesehen und dass sie aus Waadt kommt, wusste ich auch nicht. Jetzt weiss ich beides. Und ich weiss auch, dass sich Saucissons kaum schälen lassen, auch wenn das in unserem Rezept stand. So schaben wir beide die Fleischmasse aus der Schale und sind für ein weiteres Mal sehr froh, dass Gäste das Produkt erst immer in ganz fertigem Zustand und nicht während des Kochprozesses sehen. Denn appetitlich sieht anders aus!!! Während unsere Finger voll Wurst strotzen (der Küchentisch ebenfalls) sinnieren wir, ob es wohl eine schlaue Idee war, drei Gäste zu unserer Saucissonpastete einzuladen: Wird sie auch schmecken? Müssen wir uns für das Endprodukt schämen? Denn für Gäste kochen wir wohlweislich nie etwas, das wir noch nie gekocht haben. Aber als die Pastete dann nach 50 Minuten duftend und dampfend aus dem Ofen kommt, sehen wir, dass zumindest optisch alles geklappt hat. Wie eine Blumenwiese sieht sie aus. Auch das auftischen klappt wunderbar - die Pastete lässt sich in Stücke schneiden UND ganz auf die Teller unserer Gäste legen. Ich denke, während ich auf die 10 cm übrig gebliebene Pastete schaue, dass unser Essen gut ankam. Auch wenn ich persönlich kein wahnsinniger Pastetenfan bin, hat es mir geschmeckt und das Experiment Gäste hat erneut gut geklappt. Kochen für Gäste macht Spass! Auch wenn man nicht weiss, wie es herauskommt…

311 to go. A.

Samstag, 22. Februar 2014

Tag 53 - Gelberbsen-Odyssee und Suppe

Ich sage meinen Schülern oft, dass sie das Lösen von Gleichungen geniessen sollen, statt zu jammern. Ein Problem, ein Verfahren, das eigentlich immer gleich bleibt, ein Ergebnis, das sich durch Einsetzen kontrollieren und somit zum Schluss mit absoluter Sicherheit doppelt unterstreichen lässt. Wäre doch alles im Leben so einfach. 

Mit guten Rezepten sollte es sich meiner Meinung nach genau so verhalten: Feine, frische Zutaten, eine Anleitung, die sich genau so verfolgen lässt und ein Ergebnis, das probiert und überprüft werden kann.
Nun, das heutige Rezept "Mediterrane Gelberbsen mit Würstchen" ist zweifellos ein tolles Rezept. Chili, Thymian und crème fraîche werden eingekocht zu einer feinen, leicht pikanten Masse, die Erbsen bleiben leicht mehlig und erinnern an Ferien. Die Zubereitung ist einfach und das Resultat befriedigend. Nur fehlt dem Rezept etwas Winziges. Eine kleine Warnung, die erklärt, dass es fast unmöglich ist, Gelberbsen zu kaufen. Ratlose Migrosverkäufer, auf frühere Sortimente und grössere Filialen verweisende Coop-Angestellte. Bedauernde Marinello-Mitarbeiter, leere Gestelle in der Delicatessa im Globus. Nach einer Odyssee quer durch die Lebensmittelgeschäfte der Stadt Zürich stranden wir in der Gourmet Factory von Jelmoli. Gelberbsen! Wir küssen den Boden und preisen den Herrn. Liebe Annemarie, das nächsten Mal würden wir einen kleinen Hinweis auf solche Schwierigkeiten oder wenigstens eine Ausweichmöglichkeit sehr zu schätzen wissen. Gelohnt hat sich der Aufwand aber. Das Gericht ist einfach wunderbar.




Was sich von der Sellerie-Limetten-Suppe nicht unbedingt behaupten lässt. Knollensellerie, Kartoffeln und Limetten bilden die Grundlage dieser Vorspeise, die anschliessend mit Bündnerfleisch garniert wird. Nun, wie sich A. nach dem ersten Bissen etwas frustriert ausdrückte (sie hatte dieses Rezept zubereitet, da die Suche nach den Gelberbsen so viel Zeit in Anspruch genommen hatte, dass Arbeitsteilung nötig wurde): As isch halt … eifach a Suppa.
Sehr säuerlich, geschmacklich nicht umwerfend, farblich nicht faszinierend - kein Highlight. Da tut es uns um das gute Bündnerfleisch, das nun hilflos im Gemüsebrei schwimmt, fast etwas Leid. Obwohl alle Schritte richtig eingehalten wurden und das Ergebnis so definitiv stimmt, bleibt es unbefriedigend. 
Seht ihr? Bei einer Gleichung wäre das nicht passiert.

312 to go.
N.