Donnerstag, 13. März 2014

Tag 71 - Überraschende Gurken

Ich mag keine Gurken. Damit meine ich nicht, dass mir vom Geschmack übel wird, dass ich es fast nicht über mich bringe, Gurken zu essen, oder dass ich eher verhungern würde, als dieses Gemüse zu verspeisen. Aber ich mag keine Gurken. Ich finde, (und diesen Vortrag habe ich in meinem ganzen Leben schon mindestens 30 mal gehalten, ohne jemals verstanden zu werden) dass Gurken einerseits wässrig und fast nach nichts schmecken, andererseits diesen Gurken-Nichts-Geschmack aber so penetrant verbreiten, dass die ganze Salatsauce und somit der ganze Salat nach Gurken schmeckt. Andere, bessere Zubereitungsarten sind (oder waren - aber dazu komme ich gleich) mir nicht bekannt. In jugendlichem Leichtsinn hat meine ehemalige Mitbewohnerin vor ein paar Jahren eine Gurke gebraten - auch kein sehr empfehlenswertes Unterfangen. 

Wo war ich? Ach ja. Ich mag keine Gurken. Also war ich voller Skepsis für die heutige Vorspeise: Rauchlachs auf Kartoffel-Gurken-Tatar. Die gekochten Kartoffeln werden mit der Gurke, Crème Fraîche, Senf und Dill zu einer Tatarmasse, welche mit Rauchlachs garniert wird. Klingt eigentlich alles herrlich, oder? Bis auf die Gurke.




Nun, es war wie schon so oft: Ich wurde positiv überrascht. Das Gericht schmeckte nämlich ausgezeichnet und war auch optisch ein Hingucker. Ein bisschen enttäuschen muss ich euch nun leider doch. Wie gerne würde ich schreiben: Es schmeckte gerade wegen der Gurke so herrlich! - Nun, so war es eher nicht. Es schmeckte nämlich trotz der Gurke herrlich! (Vielleicht verbreiten sich die Gurkenextrakte in der eher festen Crème Fraîche-Masse einfach schlechter als in der flüssigen Salatsauce?) 

Auch der Hauptgang konnte mit unserer Vorspeise mühelos mithalten: Würziger Reis mit Lamm und Feta. Tomaten, Pinienkerne, Minze und Kreuzkümmel entführten uns für kurze Zeit in den nahen Osten - ein richtig feines Rezept, das einfach und unkompliziert zuzubereiten ist. 




Wir verbuchen den heutigen Abend also als vollen Erfolg. (Und falls irgendjemand - da draussen - meine Meinung über Gurken versteht - und teilt - beendet meine Einsamkeit und meldet euch!)

292 to go.
N.

Mittwoch, 12. März 2014

Tag 70 - Ach du dickes Ei!

Wiedereinsteigen ist gar nicht so leicht!!! Nach einigen Tagen ohne Blog schreiben (wegen neuem Job und weil N. so lieb war, meine Einträge zu übernehmen), fällt es beinahe schwer, wieder einmal dran zu sein. Doch ich versuche langsam wieder ins rollen zu kommen - und zwar mit der Bärlauchroulade von Montag (Wortwitz): Obwohl wir den Bärlauchnachgeschmack weder aus unserer Wohnung, noch aus unseren Mündern wieder rausbekommen konnten, schmeckte es wirklich sehr gut. Der selbst gemachte Quarkteig war leicht und passte wunderbar zur Bärlauchmasse. 


Gestern standen dann die Käse-Hamburger auf dem Speiseplan. Und auch hier: unsere Küche erhielt nun zum Bärlauchgeruch auch noch einen Käsegeruch. 


Und nun zum heutigen Rezept. Die Käse-Suppe mit Schnittlauch-Crostini an sich war gar nicht so schlecht. Aber (und dieses "aber" könnte ich auch gross schreiben) ABER auf dem Schnittlauch-Crostini fuhr ein rohes Eigelb über unsere Suppe! Ich wusste nicht einmal, dass das erlaubt ist - ein rohes Eigelb zu essen!!! Geschweige denn, dass es gar nicht einfach ist, ein Eigelb bei der Eiertrennung heil zu lassen…es dann zu essen, ist ebenso schwer. Ich wage kaum mehr daran zu denken, wie meine Zähne versuchen in das kalte, glitschige Eigelb zu beissen. N. hatte das Glück, dass mein erster Versuch, das Eigelb ganz auf das Crostini zu verfrachten, in die Hose ging. Denn mein Eigelb hingegen war noch ganz und in ein ganzes rohes Eigelb zu beissen ist das taktile Pendant zu den Fingernägeln auf der Wandtafel. Brrrrr…..Ich fühl mich ekelfaktormässig für die Hühnerleber gewappnet! 


294 to go. 
A.





Montag, 10. März 2014

Tag 67 und 68 - 4 auf einen Streich!

Nach dem die letzte Woche eher gemütlich verlief und unsere Küche nicht so oft genutzt wurde, schwingen wir nun wieder um so mehr den Kochlöffel. In den letzten beiden Tagen, zum Beispiel, meisterten wir ganze 4 Rezepte. 

Ausserdem haben wir einen Salontisch von der Micasa in Spreitenbach mit den öffentlichen Verkehrsmittel nach Zürich in unsere Wohnung transportiert und trotz einigen wirklich stümperhaften Fehlüberlegungen der Entwickler erfolgreich aufgestellt. (Nein, unser Salontisch soll in diesem Post nicht - wie ich es sonst zugegebenermassen oft tue - als Metapher für kluge Weltanschauungen dienen, ich möchte ihn hier einfach erwähnt haben, weil er mich heute so viel Geduld gekostet hat.)

Nun aber zu unseren Gerichten:

3. März 
Schweinskoteletts mit Pilzen, Speck und Schinken




Schmeckt: Zum Glück nicht nach Pilzen, sondern nach herrlich gebratenem Speck und Rohschinken auf einem knusprigen Kotelett

Zeitaufwand: Angemessen. Lässt sich gut nach Feierabend kochen.

Fazit: Nur etwas für Fleischliebhaber. Ein Kotelett mit gebratenem Speck zu überhäufen ist - vielleicht - etwas dekadent?

8. März
Karottencurry mit Linsen



Schmeckt: Etwas süsslich, etwas zu sehr nach Karotten und Petersilie (und Rosinen, meiner Meinung nach), etwas zu wenig nach Linsen, Curry und Pinienkernen.

Zeitaufwand: Nicht gross. Die meiste Zeit kocht das Gericht selbständig vor sich hin.

Fazit: Nicht schlecht. Schmeckt übrigens mindestens genau so gut kalt am nächsten Tag. So könnte man es sich im Sommer gut an einem Grillanlass vorstellen.

9. März
Marinierte Lachsforelle mit Dillsauce




Schmeckt: Wunderbar! Die selbst gemachte Marinade, in die man den Fisch 24 Stunden einlegt, lohnt sich auf alle Fälle. Zusammen mit der Dillsauce, der Kresse, dem Ei und getoastetem Brot ergibt sich ein leichtes Gericht, das sich perfekt für ein kleines Mittagessen eignet.

Zeitaufwand: Etwas grösser. Der Fisch muss am Vortag mariniert und dann in dünnen Streifen von der Haut geschnitten werden.

Fazit: Annemarie schreibt: "Die Fischfilets schräg in sehr dünnen Scheiben von der Haut schneiden" - lässt euch nicht täuschen - so einfach wie es klingt, ist es bei weitem nicht. Meine "dünnen Scheiben" ähnelten eher einem "abgechaffelten" Fischbrei, was das Gericht nicht weniger lecker, aber um einiges weniger präsentabel machte.

10. März
Bärlauchrouladen

Unsere Rouladen, bei welchen der Teig und die Füllung selbst gemacht sind, kommen gerade in dieser Minute frisch aus dem Ofen. Sie werden jetzt mit einer Folge Glee auf unserem nagelneuen Salontisch verspeist - morgen erfährt ihr, wie sie schmecken!

296 to go. 
Und back on track.
Danke für's Lesen.
N.

Sonntag, 9. März 2014

Tag 66 - Sonnige Tage

Es gibt Tage, an denen die ganze Welt in Ordnung ist. Tage, an denen der Himmel blau und die Luft warm ist, an denen alles nach Frische, Frühling und Erwachen riecht, Tage, die man gemütlich mit den Menschen verbringt, die man liebt. Die Natur erwacht und nichts ist einfacher, als sich von dieser Leichtigkeit mittragen zu lassen. Nichts ist eifacher, als glücklich zu sein. 

Und nie fällt es so leicht, die Rezepte vergangener Tage aufzuholen, wie wenn hungrige und entspannte Menschen am Tisch sitzen, es geniessen, bekocht zu werden und anschliessend das Essen loben.




Die Minestrone Gärtnerinnenart - eine simple Gemüsesuppe mit kleinen Teigwaren, etwas Bündnerfleisch und roten Linsen - und das geschnetzelte Kalbfleisch an Zitronensauce waren also der perfekte Abschluss eines zufriedenen und gemütlichen Samstages. 

Und das Leben kommt uns gar nicht hart vor.
300 to go.
N.


Donnerstag, 6. März 2014

Tag 64 - Pathetische Sentimentalität

Es kommt uns vor, als wäre es eine Ewigkeit her, seit wir zum letzten Mal in der Küche gestanden und gekocht hätten. Am Dienstag haben wir uns spontan dazu entschieden, auswärts essen zu gehen und gestern waren wir bei meinem Nani. Darum hinken wir unserem Plan hinterher. Ein Rezept haben wir sogar ausgelassen und so wie es aussieht, müssen wir am Sonntag vier ganze Rezepte zubereiten. So wie es uns in der Küche geht, so geht es mir im Moment die ganze Zeit. Immer hinke ich hinterher. Immer sollte ich noch etwas tun. Mein Kopf ist überfüllt und wenn ich abends die Augen schliesse, denke ich an alles, was ich noch tun muss. Jetzt, da die Uni wieder angefangen hat, ich Texte lesen sollte und meine Motivation eigentlich riesig ist und ich alles aufsaugen möchte und es sich so anfühlt, als hätte ich einfach zu wenig Energie, zu wenig Zeit und zu wenig Selbstdisziplin für alles, was ich tun möchte und erreichen will, jetzt ist es wirklich gut, dieses Projekt zu haben, an dem wir festhalten können und das wir auch wirklich durchhalten. Auch wenn wir hinterher hinken. Während ich hier den Blog schreibe, höre ich "Bugs" von Patrick James - mein absolutes Lieblingslied zur Zeit und liege auf unserem weichen Schaffell. Und leise überkommt mich das Gefühl, dass die Welt doch schön ist. Und dass alles gut wird. Da muss ich an das schöne Zitat von Rosa Luxemburg denken: 
»Liebste, wenn man die üble Gewohnheit hat, in jeder Blüte nach einem Tröpflein Gift zu suchen, so findet man, solange man lebt, eine Ursache zum Stöhnen. Nimm aber die Dinge umgekehrt und suche nach Honig in jeder Blüte, so findest Du stets Ursache, um heiter zu sein. Ausserdem glaube mir, die Zeit, die ich - wie auch andere - jetzt hinter Schloss und Riegel verbringe, ist auch nicht verloren. Sie kommt irgendwie in der grossen allgemeinen Rechnung zur Geltung. Ich bin der Meinung, dass man einfach, ohne zu viel Schlauheit und Kopfzerbrechen, so leben soll, wie man es für recht hält, ohne für alles gleich in bar in die Hand ausgezahlt kriegen zu wollen. Es wird sich schon alles zum Schluss finden.»
Unter diesem Gesichtspunkt lässt sich auch in den zwei Rezepten von heute Honig finden: Die Pouletschenkel, aus dem Rezept Pouletschenkel mit Randen-Gurken-Salat, waren sehr lecker (Den Randen-Gurken-Salat wollen wir nicht genauer besprechen). Auch wenn wir und unsere Gäste (meine liebe Mama, meine Schwester und ihr Freund waren bei uns -wir lieben es, für euch zu kochen) alle der Meinung waren, dass dieses Gericht nichts Wahnsinniges war, wurden wir dann doch noch überrascht und zwar vom Gemischten Bohnensalat mit warmem Ziegenfrischkäse, unserem zweiten Rezept. So schliesse ich heute meine tiefsinnigen Betrachtungen und freue mich, auf weitere Rezepte. Und auf die Inspiration und Motivation, die das Kochen mit N. und unser Projekt mir gibt. 

302 to go. A.




Montag, 3. März 2014

Tag 61 - Hut ab!

Man sagt, dass Reden Silber ist. Und Schweigen Gold. Dass es manchmal gar keine Worte braucht. 

Nun - eine gewisse Anzahl an Worten brauche ich immer. Das liegt in unserer Familie. Da kann man nichts machen. Das ist genetisch. Aber manchmal kann auch ich mich auf einige wenige beschränken. 
Und dies ist bei unseren zwei letzten Rezepten der Fall.

1. Nudeln an Limetten-Lachs-Sauce



Dieses Rezept ist mit Zitronengras, frischem Lachsfilet und Salbei etwas aufwendiger, was die Zubereitung angeht, aber jede in der Küche verbrachte Minute wert. Es schmeckt einfach umwerfend, und ist dabei leicht und elegant. 

2. Hackfleischpastete

Hierzu muss ich erwähnen, dass ich das Schlimmste erwartete. Hackfleischpastete mit Äpfeln, Rosinen und Pinienkernen liess mich keine gedanklichen Luftsprünge machen (okay, ehrlich zugegeben habe ich Freunden abgeraten, uns heute zum Nachtessen zu besuchen). Aber siehe da: Die Pastete ist einfach zuzubereiten, sieht hübsch aus und schmeckt einfach gut. Einfach nur gut. 

Danke, Annemarie.
Und das wäre auch schon alles - für heute.

304 to go.
N.

Samstag, 1. März 2014

Tag 59 - Bohn Appétit

Mit heutigem Post namens Bohn Appétit, möchte ich mein absolutes Lieblingsspiel Bohnanza würdigen. Passend zum Spiel rund um die verschiedenen Bohnen, gab es gestern Abend einen Bohnentopf mit gedörrten Bohnen, Cherrytomaten, Speck und Kartoffeln. Wenn ich richtig liege, handelt es sich bei unserer Bohne um die Gartenbohne, eine der wertvollsten Bohnen im Spiel. Und unser Essen schmeckt wirklich sehr gut, auch wenn ich, wie immer an einem Freitag, nicht wirklich Lust habe 1,5 Stunden auf mein Essen zu warten - vor allem, wenn es sich dann um einen Bohnentopf handelt. 
Doch als der dampfende Eintopf dann vor meiner Nase steht und der Freitag Abend mit meiner momentanen Lieblingsserie Glee zu Ende geht, ist das lange Warten schon beinahe wieder vergessen. Nur mit der Menge hat es nicht ganz geklappt, so muss ich wohl oder übel hungrig ins Bett…

306 to go. A.